Vergangene Veranstaltungen

30 Jahre VSA e.V. – Jubiläumsveranstaltung 2017

Gemeinsam mit dem Bundesverband Liberale Hochschulgruppen feierte der VSA Ende Juni 2017 sein 30-jähriges Jubiläum in Berlin und brachte dabei unterschiedliche Mitglieder der liberalen Familie an einen Tisch: Stipendiaten und Altstipendiaten, Mitglieder der LHG, Mitarbeiter der FNF und Vertreter der Freien Demokraten. »Ganz gleich wie alt Du bist, ganz gleich ob Stipendiat, Junger Liberaler, LHGler oder alles zusammen, wir alle ticken ähnlich. Uns verbinden nicht nur unsere liberalen Überzeugungen, wir haben auch ein ähnliches optimistisches, liberales Lebensgefühl«, so VSA-Präsidentin Liane Knüppel.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Abendveranstaltung am Samstag. Mit rund 270 Gästen feierten VSA und LHG ihr jeweils 30-jähriges Gründungsjubiläum im festlichen Rahmen im Ellington Hotel Berlin. Sebastian Czaja, Fraktionsvorsitzender der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus, ließ es sich nicht nehmen, die Gäste in der Hauptstadt persönlich zu begrüßen. Im Rahmen der Abendveranstaltung wurden auch die diesjährigen VSA-Preisträger Jens Hertha (Masterarbeit) und Dr. Christian Lüdtke (Dissertation) ausgezeichnet. Sie wurden für ihre herausragenden Arbeiten und ihr liberales Engagement vom Vorsitzender der Jury, Professor Dr. Andreas Wendemuth, geehrt. Für die FNF übernahm die Leiterin der Begabtenförderung, Eva-Maria Köhler-Renfordt, die feierliche Verabschiedung ausgeschiedener Stipendiaten im festlichen Rahmen der Veranstaltung.

Auch dank der Unterstützung durch zahlreiche private Spender sowie unsere offiziellen Veranstaltungspartner, denen auch an dieser Stelle nochmals herzlich für ihr Engagement gedankt werden soll, konnten die Gäste bis in die Nacht hinein im Ellington Hotel Berlin alte Kontakte pflegen, neue Kontakte knüpfen und nicht zuletzt ausgelassen feiern und tanzen.

Um das Band zwischen Stipendiaten und Altstipendiaten zu stärken, hatte das Wochenende bereits mit einem »Klassentreffen« begonnen: In lockerer Runde tauschten sich aktive Stipendiaten mit Alumni aus. Mit dabei waren die Arbeitskreise Bildung und Internationales sowie die stipendiatischen Initiativen Entrepreneurship, Feminismus, Gesundheit, Promovierende und Queer.

 

 

VSA-Symposium 2018: Fake News, Skandale, Emotionen – Politik zwischen Populismus und Aufklärung

Stärkung der Medienkompetenz der Bürger, damit diese in der Lage sind, Nachrichten selbst einordnen und bewerten zu können – so lautet das einhellige Fazit des Podiums unseres hochkarätig besetzten Symposiums, das diesmal in Kooperation mit dem Regionalbüro Berlin-Brandenburg der FNF veranstaltet wurde und den inhaltlichen Schwerpunkt des Jubiläumswochenendes setzte.

»Fake News, Skandale, Emotionen – Politik zwischen Populismus und Aufklärung«, zu diesem aktuellen Thema diskutierten als Vertreter der Politik der Schirmherr des Jubiläums, Alexander Graf Lambsdorff, und Linda Teuteberg mit Albrecht von der Hagen, dem Hauptgeschäftsführer der Familienunternehmer, sowie Professor Dr. Hans-Matthias Kepplinger, einem der profiliertesten deutschen Kommunikationswissenschaftler, der den Teilnehmern sogleich einen profunden Einblick geben konnte, welchen Systemzwängen Journalisten unterworfen sind und wie Medien wirken. Die Moderation übernahm Jan-Philipp Hein von den Salonkolumnisten.

In der Diskussion kristallisierte sich schnell heraus, dass Emotionen und Symbole eine zunehmend gewichtige Rolle im öffentlichen Diskurs spielen und damit die Machtverhältnisse der Interessengruppen verändern: So gestand von der Hagen selbstkritisch, und im Namen aller deutschen Wirtschaftsverbände ein, darin versagt zu haben, die Bürger mit Emotionen zu erreichen; gegenüber den professionellen und emotionsgeladenen Kampagnen von Campact oder Greenpeace seien nüchterne Zahlen in der jüngsten Vergangenheit nur allzu oft weithin unbeachtet geblieben – »Glyphosat« und »Chlorhühnchen« gäben beredte Beispiele dafür, Ängste von Menschen zu instrumentalisieren. Weil Liberale häufig dazu tendieren, Emotionen zugunsten der reinen Ratio auszublenden und damit dem politischen Gegner Raum für seine Ideen schaffen, forderte Teuteberg eine stärkere Ansprache von Emotionen und Identität, insbesondere in Bezug auf liberale Inhalte im innerdeutschen Diskurs.

Graf Lambsdorff lenkte den Fokus dann auf die weltpolitische Bühne und warnte vor einer Art neuen Systemwettbewerb zwischen liberalen und anti-liberalen Gesellschaften. Als Beispiel diente ihm die bewusste Adressierung von Emotionen durch Medien, die dem Kreml nahestehen. Obwohl er forderte, sich diesem Systemwettbewerb offen zur Wehr zu setzen, lehnte er es ab, für eine Art »Demagogen des Guten« zu plädieren. Er ließ jedoch Verständnis dafür erkennen, dass, aufgrund einer steigenden Verunsicherung der Menschen angesichts vieler ungelöster weltpolitischer Konflikte, hoher Staatsverschuldungen, technologischer Neuerungen und der Globalisierung offenkundige Unwahrheiten auch in liberalen Gesellschaften zunehmend auf fruchtbaren Boden fallen.


Dass man die Bedeutung von Themen wie Fake News und Lügenpresse nicht überhöhen sollte, daran erinnerte Professor Kepplinger: Falschmeldungen seien per se keine Besonderheit der heutigen Zeit – man denke an die Emser Depesche. Und angesichts der weitreichenden Verbreitung klassischer Medien dürfe man die Bedeutung des Internets nicht überschätzen. Den Begriff Lügenpresse wies Kepplinger als irreführend zurück. Medien würden nicht das Gegenteil dessen verbreiten, was Journalisten wissen, wie eben ein Lügner, sondern spezifische Selektionsprozesse begünstigten eine verzerrte Auswahl der Inhalte: Journalisten verbreiten was sie selbst glauben. Und weil Sympathien für grün-linke Ideen unter ihnen überrepräsentiert sind, kommen andere Meinungen und Aspekte seltener zur Geltung. Hinzu komme, dass es NGOs wie Campact oder Greenpeace gelungen sei, sich als Vertreter des Gemeinwohls zu inszenieren und ihre Gegenspieler als Lobbyisten zu diskreditieren. Die neuesten Forschungsergebnisse von Kepplinger zeigen, dass sich die überwiegende Mehrheit der Journalisten dieses Problems bewusst ist, es den einzelnen Akteuren aber schwerfällt, sich dem Rollendruck zu entziehen.

So bleibt eben jene Hoffnung auf eine höhere Medienkompetenz der Bürger, um ein Korrektiv gegen Einflussnahme von außen sowie systemimmanente Zwänge zu haben. Liberalen Politikern fällt indessen die Rolle zu, Ängste und Zweifel der Bürger ernst zu nehmen und ihnen mit Lösungen und Ideen zu begegnen, die vielleicht auch mal Emotionen ansprechen.

 

 

Mitgliederversammlung 2018 & Ideenwerkstatt 'zukünftige Alumniarbeit'

Die Gründung des VSA auf Initiative einiger Altstipendiaten liegt jetzt 30 Jahre zurück – Eigeninitiative, Selbstorganisation und Aufbau einer dauerhaften Gemeinschaft sind dem VSA also bereits in die Wiege gelegt worden. Und seit den Gründungstagen ist viel passiert: Der VSA hat sich zu einem umfassenden Netzwerk mit Nutzwert entwickelt, ist offiziell anerkannter Alumniverband der FNF und unterstützt die Stipendiaten der FNF in vielfältiger Weise. Der dreißigste Geburtstag bot nun eine passende Gelegenheit, die bisherige Entwicklung Revue passieren zu lassen, den Verband einmal kritisch zu hinterfragen und sich für Veränderungen zu öffnen.

Dies war die Kernidee der Ideenwerkstatt »zukünftige Alumniarbeit«, die parallel zum sonntäglichen Jazz-Frühstück im Ellington Hotel stattfand. Alle Teilnehmer – VSA-Mitglieder sowie interessierte Gäste aus den Reihen der Stipendiaten und Altstipendiaten – waren eingeladen, Vorschläge und Ideen einzubringen; dabei sollten auch Bandbreite und Möglichkeiten eines persönlichen, aktiven Engagements im VSA aufgezeigt werden, um die Idee der Vernetzung auf den unterschiedlichsten Ebenen weiterzuentwickeln. Unter der Moderation von Martin Akar, seit Oktober 2016 Mitglied im Vorstand des VSA und dort für das Thema »Vernetzung« zuständig, sammelten die rund 100 Gäste zahlreiche Ideen: attraktive Reisen, bessere Vernetzung der Stammtische, Ausbau des VSA-Mentorenprogramms, Kontakt zu Abgeordneten der FDP, Vermittlung von Praktika, Seminare für VSA-Mitglieder sowie eine transparente Mitgliederliste.

Im Anschluss an die Ideenwerkstatt schloss die ordentliche VSA-Mitgliederversammlung 2017 das Jubiläums-Wochenende ab. Die anwesenden Mitglieder wählten Matthias Göhner mit überwältigender Mehrheit zum neuen Schatzmeister, nachdem Elke Imle ihr Amt niedergelegt hatte, um sich fortan verstärkt ihrer Promotion widmen zu können. Im Namen des gesamten VSA dankte Präsidentin Liane Knüppel Elke Imle für ihr 3 1⁄2 -jähriges, recht zeitintensives Engagement.

Mit Matthias Göhner gewinnt der VSA eine Persönlichkeit, die sich bereits während der Grundförderung in der FNF vielfältig engagierte: Matthias wurde von Oktober 2011 bis Juni 2017 von der FNF gefördert; rund zweieinhalb Jahre prägte er den Arbeitskreis Wirtschaft und Soziales als Koordinator. Matthias machte seinen Bachelor in Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, bevor er für den Master an die Universität Köln wechselte. Während seines Studiums verbrachte er zwei Auslandsaufenthalte in den USA (Greensboro, NC und Dallas, TX) und absolvierte zahlreiche Praktika in den Bereichen Banking, Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung – eine hervorragende Voraussetzung, um fortan die Finanzen des VSA zu verantworten.

 

 

The Awakening of a Modern State – Studienreise nach Georgien

2017 ging die VSA-Studienreise nach Georgien. Organisiert durch TS Medialog erlebten Stipendiaten und Altstipendiaten vom 1. bis 8. Oktober 2017 eine spannende Zeit in Georgien; zuerst in Tiflis und dann in Kutaissi.

Die Studienreise unter dem Titel ‚The Awakening of a Modern State’ nahm die Teilnehmer mit auf eine Expedition in ein Land, das scheinbar Krieg, Korruption und Mafia hinter sich gelassen und den Weg in die Moderne eingeschlagen hat; sie ging in ein häufig unbeachtetes Land und bot die Möglichkeit vor Ort zu lernen, was der Einfluss Russlands in der Praxis bedeutet und wie sich dieses Land versucht zu modernisieren, um sich nach Europa auszurichten.

Als Transitland zwischen Europa und Zentralasien, Russland und Nahem Osten ist Georgien für die meisten ein unbekanntes Pflaster. Allenfalls kommt das Bild einer instabilen ehemaligen Sowjetrepublik mit gewaltsamen Konflikten um abtrünnige Provinzen in den Kopf. Mit dieser Unwissenheit sollte gebrochen werden. Georgien – das sind malerische Kaukasus-Landschaften, geschichtlicher Reichtum und vor allem ein Aufbruch in die Moderne und Richtung Europa; die Korruptionsbekämpfung macht beeindruckende Fortschritte und die Wirtschaftsbedingungen haben sich erheblich verbessert. Wie aber wird Georgiens Weg weitergehen? Persönliche Diskussionen mit Entscheidungsträgern und nicht zuletzt liberalen Kreise vermittelten den Teilnehmern einen persönlichen und bleibenden Eindruck.

So nahmen unsere Stipendiaten und Altstipendiaten beispielsweise an der Buchpräsentation zu „Rettet die Grundrechte“ von und mit Gerhart Baum teil; das Buch war jüngst ins Georgische Übersetzt worden und wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Tiflis präsentiert. Neben informativen Vorträgen zur Korruptionsbekämpfung und der Besichtigung einer Sonderwirtschaftszone gehörte zweifelsohne die Teilnahme an den Feierlichkeiten anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in der Deutschen Botschaft in Tiflis zu den Höhepunkten der Reise.

 

 

Im Frühtau zu Berge – Wanderseminar in Kooperation mit der Thomas-Dehler-Stiftung

Abseits klassischer Seminarkonzepte und mit dem Schwung einer neuen Idee zur Vernetzung fanden sich am Wochenende vom 14. bis 15. Oktober rund 20 Stipendiaten und Altstipendiaten im beschaulichen Hammer bei Fischbachau ein, um mehr über die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und das Thema Wasser zu erfahren sowie den Naturraum Alpen in einer Wanderung direkt zu erleben.

Dank einer stipendiatischen Initiative und Zusammenarbeit mit der Thomas-Dehler-Stiftung stand dem ersten VSA-Wanderseminar nichts mehr im Wege. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen brachen die Teilnehmer gegen Samstagmittag zu einer ausgedehnten Wanderung zum Breitenstein (1.622m) auf; Mats Simmermacher, Doktorand an der Dänischen Technischen Universität in Kopenhagen, führte währenddessen in das Thema des Seminars ein.

Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und echtes Hüttenfeeling aufkommen zu lassen, stand nach der Rückkehr von der Wanderung zunächst die gemeinsame Zubereitung des Abendessens auf dem Programm. Nachdem sich alle bei Schnitzel, Kartoffeln, Salat und Applepie gestärkt hatten, gab Mats Simmermacher einen umfassenden Einblick in ‚Die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels’. Angefangen mit den historischen Beobachtungen der Klimadaten leitete er über die verschiedenen physikalischen Grundlagen die aktuellen Klimamodele her und klärte abschließend darüber auf, welche Auswirkungen diesbezüglich für den Alpenraum zu erwarten seien. Nach anschließender Diskussion zum Thema und dem Abwasch nutzten die Teilnehmer den verbliebenen Abend, um sich in geselliger Runde weiter auszutauschen und zu vernetzen.

Trotz einer mitunter kurzen Nacht hieß es am Sonntagmorgen erneut früh aufzustehen, um rechtzeitig vor dem nächsten Vortrag zunächst das gemeinsame Frühstück zuzubereiten. Anschließend referierte Dr. sc. nat. Bruno Schädler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gruppe Hydrologie an der Universität Bern, zum Thema ‚Das Wasserschloss Schweiz, Auswirkungen der Klimaänderung auf Natur, Gesellschaft und Wirtschaft’. Mit dem Thema ‚Wasser’ rückte Dr. Schädler ein häufig nur stiefmütterlich behandeltes Thema in den Mittelpunkt der Diskussion. Neben einer umfassenden Einführung in die Fragen Wasservorkommen, -angebot, -bilanz und -ressourcen gab Dr. Schädler auch einen Einblick in die Prognosen zur Veränderung dieser im Zuge des zu erwartenden Klimawandels. Abschließend wurde rege über mögliche politische Konsequenzen diskutiert. Nach einer kurzen Feedbackrunde hieß es Sonntagmittag bereits wieder Abschiednehmen.